Dienstag, 22. Juni 2010

Bei schönem Wetter kann jeder - Berchtesgadener Land



Wandern im Berchtesgadener Land & Besuch der Mozartstadt Salzburg


Eigentlich sind wir im Urlaub mit schönem Wetter verwöhnt. Dieses Jahr sollte anders sein. Wir sind zwar bei schönem Wetter von zu Hause gestartet und auch bei bei solchem in Berchtesgaden angekommen aber schon beim auspacken unserer Sachen ging ein Gewitterguss nieder. So ein Gewitter habe ich noch nie erlebt, zumindest nicht bewusst. Ein unaufhörliches Grollen aber nur selten einen dumpfen Donner und in den Wolken ein ständiges Aufleuchten. So schnell das Gewitter kam, so schnell war es auch wieder verschwunden. Eben typisch Gebirge.

Am nächsten Morgen hingen alle Berge ringsum im Nebel. Ein guter Gedanken sollte den ersten Urlaubstag retten. Wir steigen über 2000 Meter und sehen ob da wieder die Sonne scheint. Greifbar hatten wir zwei Berge zur Auswahl. Einmal den Watzmann, naja eigentlich nicht diskutabel und den Schneibstein mit 2276 Meter. Vom Parkplatz Hinterbrand starteten wir unsere Tour. Wir waren auch nicht die Einzigen. Ich hörte nur – bei schönem Wetter kann jeder. Im vermuteten unteren Wolkenband waren die Sichtweiten teilweise unter 10 Meter. Das ist schon heftig. Allerdings konnten wir uns auf dem Fahrweg nicht verirren. Bei der Besteigung des Schneibstein führt der Weg durch das Salzburger Land, nicht mehr auf breiten Fahrwegen, sondern auf verschlungenen Pfaden aber auch noch gut ausgezeichnet. Nach der Ausschilderung sollten es zum Gipfel noch etwa 45 Minuten sein. Da tauchten im Nebel ein paar junge Frauen auf, die uns berichteten, dass sich der Nebel weiter oben sich auch nicht auflöst und die Wegmarkierungen schlechter werden. Schade, aber Grund genug unsere Tour zu beenden. Auf unsrem Rückweg kehrten wir in das Carl-von-Stahl-Haus ein. Nach einer kurzen Rast ging es weiter. Wir wollten wenigsten den Jenner-Gipfel umrunden, natürlich weiter im Nebel aber dafür wieder auf breiten Fahrwegen.


Vielleicht einmal etwas zur Ausschilderung in dieser Gegend. Diese ist nicht schlecht. Blau gekennzeichnete Wege sind gut begehbar, häufig auch breite Fahrwege. Rot gekennzeichnete Wege führen meist auf Waldwegen oder Bergpfaden entlang. Manchmal ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Wer Höhenangst hat sollte sich vorher über solche Wege genauestens informieren. Auch gibt es hier schon Wegstellen die mit Stahlseilen gesichert werden. Schwarz werden Wege gekennzeichnet auf denen unbedingt Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich sind. Die Zeitangaben auf den Wegweisern sind teilweise kurios und weichen manchmal in den einzelnen Etappen des Weges stark voneinander ab. Wer also abhängig von der Zeit ist, sollte sich nicht zu sehr darauf verlassen.


Auch unser zweiter Tag war nicht viel besser. Es regnete zwar nicht aber die Wolken hingen auch tief. Gegen Mittag soll es etwas auflockern. Vielleicht ist eine Tour zum Kehlsteinhaus eine gute Idee. Fragt sich nur noch, wollen wir zu Fuß gehen oder mit dem Bus fahren? Wir entschieden uns für das Wandern. Geparkt haben wir an der Bergstation der Obersalzbergbahn am Gasthaus Sonneck. Der nicht gerade bestens ausgeschilderte Wanderweg wurde im letzten Drittel wieder neblig, ist aber leicht begehbar. Mal abgesehen von den etwa 900 Höhenmetern, die wir zu überwinden hatten. Vom oberen Busparkplatz haben wir auch die letzten 120 Höhenmeter überwunden. Den Aufzug haben wir abgelehnt. Oben angekommen, war das vielgepriesene Aussichtspanorama in den Wolken versunken und es begann auch gerade zu regnen.


Die Geschichte des Kehlsteins ist mit dem Leben von Adolf Hitler eng verbunden. Er bereiste das Berchtesgadener Land seit Anfang der 20er Jahre. 1933 kaufte Hitler ein Haus am Obersalzberg, welches er Jahre zuvor jedes Jahr im Sommer gemietet hatte. Das Anwesen wurde von ihm Berghof genannt. Hier wurden auch repräsentative internationale Persönlichkeiten empfangen. Mehrere Monate im Jahr verrichtete Hitler im Berghof seine Regierungsgeschäfte. Viele hochrangige Politiker dieser Zeit bauten ebenfalls ihre Residenzen am Obersalzberg. Die Grundstücke wurden meist von Bergbauern entweder gekauft oder oder wer sich quer stellte wurde schlicht enteignet. Das Areal, welches bis zum Kehlstein reichte, wurde komplett umgebaut, erhielt eine Bunkeranlage und wurde zum Führersperrgebiet erklärt. Für die Öffentlichkeit war das Gebiet damit nicht mehr zugänglich. Auf betreiben von Martin Bohrmann wurde das Kehlsteinhaus errichtet und Hitler zum 50. Geburtstag 1939 von der NSDAP geschenkt. Hitler selbst soll das Kehlsteinhaus nur sehr wenig besucht haben, da es nach seiner Meinung unter anderem keine ausreichenden Fluchtmöglichkeiten bei einem feindlichen Fliegerangriffen bot und der Aufzug bei Blitzschlag nicht sicher sei. Nicht eindeutig zu belegen ist der Name Teehaus (T-Haus; HausT; D-Haus – Diplomatenhaus usw.). Den Namen "Eagles Nest" (Adlerhorst) soll das Kehlsteinhaus von einem französischen Diplomaten noch während des Krieges erhalten haben. Die Bombardierung zum Ende des Krieges hat das Kehlsteinhaus überstanden. So genau konnte man damals noch keine Bomben abwerfen. Wer sich noch mehr mit der Geschichte am Obersalzberg auseinandersetzen möchte, sollte das Dokumentationszentrum am Obersalzberg besuchen. Es befindet sich am Parkplatz Obersalzberg.




Ich glaube mein Panoramablick vom Kehlstein ist kaum zu übertreffen. Nach kurzer Rast sind wir wieder abgestiegen. Der Regen hörte auf und das Kehlsteinhaus wurde beim Abstieg sichtbar.







Mittlerweile hatten wir uns schon angewöhnt, während unseres Frühstücks im Bayrischen Fernsehen das Alpenpanorama anzusehen. Das war für uns eine gute Entscheidungshilfe für unsere Tagesplanung. Heute sah es auf den Bergen, das heißt für uns die Webcam auf dem Kehlstein nicht schlecht aus. Das Wetter erscheint gut genug für eine Wanderung am Königssee. Von der Archenkanzel soll man einen wunderschönen Blick auf den Königssee genießen können. Obwohl die Archenkanzel nur 1342 Meter hoch ist, hatten wir dennoch einen Höhenunterschied von über 800 Meter zu überwinden. Der Weg ist breit, steil und ständig ansteigend. Nur ein kurzes Teilstück zur Kührointalm (1420 m) ist eben. Auch bei den herrschenden 12°C kommt man da ins Schwitzen. Unsere Rast war geplant an der Archenkanzel, die nicht mehr weit von der Alm entfernt ist. Die Aussicht ist wirklich phantastisch. Also Rucksack absetzen, Foto rausholen und ... und ... das darf jetzt nicht war sein, Nebel mit Nullsicht. Etwas verärgert, zumindest ich, haben wir trotzdem erst einmal gerastet. Der Aussichtspunkt ist beliebt, so dass viele Besucher, die den anstrengenden Aufstieg zur Kanzel unternommen hatten auch enttäuscht wurden. Kurz bevor wir gegangen sind konnte ich doch noch ein Foto schießen. Als Abstieg haben wir den Rinnkendlsteig mit schwarzer Markierung gewählt. Ein phantastischer Weg für "erfahrene Bergwanderer". Für Kinder unter 15 Jahre halte ich diesen Steig für bedenklich. Denn hier sollte man wirklich trittsicher sein und Höhenangst darf man auch keine haben. Obwohl der Steig gut gesichert, ist er teilweise ausgesetzt. Für erfahrene Bergfreunde mit etwas klettertechnischen Kenntnissen aber kein Thema. In St Bartholomä angekommen sind wir mit einem der umweltfreundlichen Elektroboote auf dem Königssee zurückgefahren. Verabschiedet mit dem legendären Blick auf St. Bartholomä und der Watzmann Ostwand. Während der Rückfahrt auf dem Schiff erfuhren wir, dass häufig Wanderer den Rinnkedlsteig unterschätzen und damit sich und andere in Gefahr bringen. So soll erst vor drei Tagen (Tag unsere Ankunft im Urlaub) eine Familien mit Kinder total erschöpft und durchnässt, weil sie vom Gewitter überrascht wurden in St. Barthalomä angekommen sein. Natürlich haben sie auch noch das letzte Schiff verpasst. Das klingt nicht nur gefährlich, sonder ein Gewitter in den Bergen ist lebensgefährlich.





Noch vor dem aufstehen haben wir das Rauschen des Regens wahrgenommen. Berge brauchen wir gar nicht erst in Angriff nehmen. Die totale Schlechtwettervariante heißt Salzburg. In den Neunziger Jahren waren wir schon einmal in der Mozartstadt. Die Hinfahrt führte uns problemlos zum unterirdischen Altstadtparkplatz im Mönchsberg. Am Geburtshaus von Mozart vorbei über die Staatsbrücke führte unser Weg direkt zu Schloss Mirabell und dem Mirabellgarten. Erbaut 1606 von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau für seine Geliebte Salome Alt. Heute residiert der Magistrat und der Bürgermeister im Schloss und der Marmorsaal zählt zu den schönsten Trauungsälen der Welt. Der Mirabellgarten wurde Anfang des 17. Jh. von Anton Danreiter nach modernster Gartenbaukunst gestaltet. Dafür stiftete Erzbischof Harrach seinem Gärtner eine achtjährige Reise nach Dresden, Holland und Versailles. Sachsens Glanz war eben schon unter August dem Starken berühmt. Dresden hatte zu dieser Zeit schon einige gute Gartenanlagen. Interessant für uns ist, dass auch der als Arzt und Alchimist bekannte Paracelsius in Salzburg gewirkt hatte, wenn auch nur kurze Zeit. Von ihm kennen wir ja den Spruch: "Alles ist Gift, es kommt immer auf die richtige Dosierung an". Ich denke nur an unsere Ernährung ... , eigentlich vergiften wir uns selbst mit einer falschen Dosierung unserer Nahrungsmittel. Dick werden ist das erste Anzeichen. Die Grabstätte des großen Meisters befindet sich auf dem Friedhof der St. Sebastiankirche. Auch ruhen auf diesem Friedhof Mozarts Gattin Constanze, sein Vater Leopold und weitere Persönlichkeiten. Wir gingen wider über die Salzach und spazierten durch die schmalen Gassen der Altstadt. Es gibt sicherlich noch vieles zu berichten, auch über die Festung Hohensalzburg die hoch auf dem Mönchsberg thront. Was die Menschen aber wirklich nach Salzburg zieht hat der in Salzburg geborene Dichter Georg Trakl in folgenden Zeilen wiedergegeben.
Ein Brunnen singt. Die Wolken stehn
Im klaren Blau, die weiszen zarten.
Bedächtig stille Menschen gehen
Am Abend durch den alten Garten.

Der Ahnen Marmor ist ergraut.
Ein Vogelzug streift in die Weiten.
Ein Faun mit toten Augen schaut
Nach Schatten, die ins Dunkel gleiten.

Das Laub fällt rot vom alten Baum
Und kreist herein durchs offne Fenster.
Ein Feuerschein glüht auf im Raum
Und meldet trübe Angstgespenster.

Ein weiszer Fremdling tritt ins Haus.
Ein Hund stürzt durch verfallene Gänge.
Die Magd löscht eine Lampe aus,
Das Ohr hört nachts Sonatenklänge.
Damit verabschieden wir uns von Salzburg und kehren wieder zurück ins Berchtesgadener Land, wo es aufgehört hat zu regnen.


Mit Spannung erwarteten wir am nächsten Morgen das Alpenpanorama des Bayrischen Fernsehens. Schließlich wurde am Vortag in der Wetterprognose eine kleine Sonne gezeigt. Freude, fast in allen hohen Bergregionen wurde klarer Himmel gezeigt. Schnell den Rucksack packen und los geht es zum Watzmannhaus. Gestartet sind wir vom Parkplatz der Wimbachbrücke. Der Weg führt ständig steil nach oben, ist aber leicht begehbar. Eine Weile war das Wetter noch trüb, dann neblig und dann kam Freude auf. In Höhe der Stubenalm bei etwa 1100 Meter lichteten sich die unteren Wolken, die ersten Sonnenstrahlen waren zu spüren und in der Ferne war die Silhouette des Watzmann zu erkennen. Egal in welchem Gebirge man ist, der Moment indem man aus den Wolken heraustritt ist einer der schönsten bei Wanderungen. Danach steht man über einem Meer aus Watte, ein immer wieder faszinierender Anblick. Hinter der Mitterkaseralm geht der Weg in einen leicht begehbaren Bergpfad über, der sich unaufhörlich zum Watzmannhaus windet. Nachdem wir etwa 1300 Höhenmeter überwunden haben standen wir vor dem Watzmannhaus in 1930 Meter Höhe. Majestätisch blickt der über 2700 Meter hohe Gipfel des Watzmann auf uns herab. Der Berg lockte uns zum Weitergehen. Es war ja gerade erst 12 Uhr und die Tage im Juni sind sehr lang. Die Vernunft sagte uns, nein. Auch wenn der Aufstieg zum Hocheck ohne klettertechnische Schwierigkeiten mit knapp 3 Stunden angegeben wird, es sind aber immerhin noch weitere 600 Höhenmeter. Schließlich müssen wir ja alles wieder absteigen. Wer gern weitergehen will, sollte im Watzmannhaus übernachten. Das ist nur auf Vorbestellung möglich. Wir hatten bei der allgemein schlechten Wetterlage nichts vorbestellt. Unsere Rast am Watzmannhaus haben wir genossen. Was wir aber nicht beachtet haben, wir haben viel Sonne aber keinen Sonnenschutz mitgenommen. Das reichte für einen Sonnenbrand. Der Rückweg führte uns über den Falzsteig, ein schwarz gekennzeichneter Weg. An einigen Passagen muss man an angebrachten Sicherheitsseilen etwas hangeln. Also auch nicht für jedermann gedacht. Über die uns schon bekannte Kühriontalm sind wir dann in endlosen Serpentinen zum Parkplatz an der Wimbachbrücke abgestiegen. Auf dem breiten Fahrweg kamen uns einige Biker entgegen, die noch die 800 Höhenmeter bis zur Kühriontalm im Sattel bergauf überwinden wollen. Hut ab, keiner von ihnen hat geschoben egal wie steil der Fahrweg war. Entspannter waren jedoch ihre Gesichter bei der Abfahrt.


An unserem letzten Urlaubstag regnete es nicht. Die dichten Wolken waren in einer Höhe von etwa 1500 Meter. Die Gotzenalm vorbei an der schönen Aussicht des Feuerpalfen ist ein lohnenswertes Ziel. Unser Ausgangspunkt war wieder der Parkplatz in Hinterbrand. Der Über 1800 Meter hohe Jenner war wieder einmal im Nebel. Doch nach reichlich einer Stunde löste sich dieser auf. Der Jenner war zu sehen und wir konnten auch das Carl-von-Stahl-Haus sehen, in welchen wir am ersten Tag eingekehrt waren. Der Bergpfad des Unteren Hirschlauf ist nicht schwierig auch wenn einige Sicherungsseile angebracht sind. Nach kurzer Zeit war die Sonne wieder verschwunden und es begann zu regnen. Bis zur Gotzenalm war es noch eine Stunde, die Kennzeichnung des Weges blau, also leicht. Wir überlegten, zogen unsere Regenkleidung an und gingen auf einem breiten Fahrweg zurück. In der Hälfte des Rückweges überraschten uns ein sintflutartiger Regenfall, wir konnten keine 10 Meter weit sehen. So schnell dieser Regenguss gekommen war, so schnell war er verschwunden.




Wie sagten wir anfangs, bei schönem Wetter kann jeder. Im Berchtesgadener Land gibt es noch viel mehr Möglichkeiten um bei Schlechtwetterlagen einen schönen Urlaub zu verbringen. Gefragt sind nur Ideen.

Peter Ehrlich
Juni 2010

Montag, 15. Februar 2010

Rom - Antike & Dolce Vita

Das Rom der Antike & der Dolce Vita

Dolce Vita – das süße Leben ist eng verbunden mit der Via Veneto, die eigentlich Via Vittorio heißt. Eine Gegend die schon seit der Antike sehr vornehm ist. Auch wenn der Glanz zwischenzeitlich verblasste, entwickelt sich die Via Veneto Ende des 19. Jh. zur elegantesten Straße Roms. In den 1950er und 60er Jahren entstanden viele der besten Hotels und Restaurants. Doch erst ein Film von Federico Fellini, "Dolce Vita – das süße Leben" belebte das glitzernde Nachtleben mit den Stars. Die Bars und Cafés waren Karrieresprungbrett und Treffpunkt vieler Filmgrößen. Übrigens wurde hier auch der Bergriff "Paparazzi" für bestimmte Fotoreporter geprägt. Heute sind hier nicht mehr so viele Künstlergrößen zu finden. Der Glanz ist allerdings geblieben. Fellinis Film zeigt in "Dolce Vita" mit Marcello Mastroiani und Anita Eckberg das verträumte Leben der High Society.


Den Trevi Brunnen wird man heute nicht mehr so leicht betreten dürfen, wie in dem gezeigten Filmausschnitt. Der Brunnen wie wir ihn heute sehen wurde im Auftrag Klemenz VII., 1732 errichtet.

Die Quelle für den Brunnen zeigte einst nach einer Legende, eine Jungfer dem Soldaten Agrippus, der unter Kaiser Augustus diente. Der Kaiser veranlasste auch den Bau eines Aqueduktes, welches nach der Jungfer Aqua Virgo benannt wurde. Wie allerdings die Sitte aufkam Münzen über die Schulter in den Brunnen zu werfen, kann heute niemand mehr sagen. Also meine Frau und ich, wir haben jeder eine Münze geworfen.. Das heißt, wir kehren mit Sicherheit noch einmal nach Rom zurück.

Wir machen einen großer Sprung zum Forum Romanum. Der eigentliche Forumplatz ist nur 120 mal 50 Meter und war das Zentrum des öffentlichen Lebens in der Antike. Ringsherum stehen Tempel und Triumphbögen der verschiedenen Kaiser. Es lässt sich heute schwer nachvollziehen, wie das Leben damals hier stattfand. Meine Frau sagt immer "Tode Steine". Das Kolosseum bietet dann schon einiges mehr. Aber darüber habe ich schon in unserer Italien-Rundreise berichtet.

Auf der Tour durch die engen Straßen und Gassen in Rom standen wir plötzlich auf der Piazza del la Rotonda vor dem Pantheon, einem Sacralbau aus dem 2 Jh. Der vor etwa 1900 Jahren erbaute heidnische Tempel diente später als als Kirche und ist heute wegen der hier beigesetzten Könige ein italienisches Nationaldenkmal. Auf dem mit Cafés gesäumten Platz, der für den Autoverkehr gesperrt ist, hat man einen guten Blick auf die Kirche mit einer Kuppel die größer ist als die des Petersdom. Auch steht hier eine der 13 römischen Trophäen der Stadt, aus den Feldzügen gegen die Ägypter.

Nach kurzer Verschnaufpause ging es weiter zur Piazza Navone. Neben den vielen kleinen Cafés und Restaurants präsentieren hier Künstler ihre Werke. Wer genau hinsieht erkennt vielleicht, das der Platz innerhalb eines römischen Stadions gebaut wurde. Im Jahr 86 erbaute einst Kaiser Dometian diese Arena mit der Absicht, Spiele nach nach dem griechischen Vorbild in Rom durchzuführen. Das scheint aber nicht nicht so richtig römische Art gewesen zu sein, denn über diese (relativ) fairen Wettkämpfe in Rom ist kaum etwas bekannt. Schließlich waren sie nicht so spektakulär wie die Kämpfe im Kolosseum.

In den engen Gassen sprachen uns immer wieder Pakestaner an. Sie führten uns eine perfekte Illusion vor. Aus Papier gefertigte Mickymausfiguren tanzten nach laufender Musik. Dünne Fäden oder ähnliches waren nicht auffällig. Nur einmal sind die Mickys beim tanzen umgefallen. Der "Straßenkünstler" hob sie wieder auf und die Mäuse tanzten weiter. Ich fand diesen Trick gut und kaufte mir eine Mickymaus für 1 Euro. Wie zu erwarten, konnte meine Mickymaus natürlich nicht tanzen.

An der Brücke "Ponte St. Angelo" die über den Tiber führt, hatten wir eine gute Sicht auf die Engelsburg. Ursprünglich wurde sie als Mausoleum für Kaiser Hadrian erbaut. Später diente sie als Festung,Gefängnis, Zufluchtsort der Päpste, Kaserne und als Vergnügungspalast. Die Legende der Engelsburg geht in die Zeit Gregor des Großen zurück. Als dieser um die göttliche Fürsprache zur Beendigung der Pest bittend die Bevölkerung Roms in einer Prozession zur Peterskirche führte. Während dieser erschien ihm der Erzengel Michael über dem Mausoleum, der sein Schwert in die Scheide steckte, als Zeichen, dass die Plage vorbei ist. Daraufhin wurde eine Statue des Erzengels auf die Grabstätte gestellt und das Gebäude wurde ab sofort Engelsburg genannt.


Über die Via Della Conciliazione kommt man von der Engelsburg direkt zum Petersdom. Auch hier gibt es eine Legende. Der Heilige Petrus, von dem Niemand genau weiß, wann er eigentlich nach Rom gekommen war, wurde während der Christenverfolgung unter Kaiser Nero, zwischen den Jahren 64 und 67, beim heutigen Standort des Petersdom gekreuzigt und begraben. Der genaue Ort ist nicht bekannt, hatte aber schon immer eine religiöse Bedeutung. Kaiser Konstantin, der erste römische Kaiser der sich zum Christentum bekannte, legte den Grundstein für die damalige Kirche. Papst Silvester I. weihte am 18. November 326 die Kirche.

Wir gehen weiter zur Spanischen Treppe. Ein Treffpunkt für Reisende aus aller Welt. Im Frühjahr wenn die Azaleen blühen ist sie besonders schön, zu Weihnachten, wenn hier eine lebensgroße Krippenlandschaft aufgebaut wird und jedes Jahr am 8. Dezember besucht der Papst das Südende der Piazza di Spagna und bekrönt die Statue der Jungfrau Maria, die an das 1854 verabschiedete Dekret der unbefleckten Empfängnis erinnert. Am oberen Ende der Scalinata befindet sich die Kirche Trinità die Monti mit ihren zwei Glockentürmen und am Fuß steht der Brunnen Fontana della Barcaccia und die Piazza di Spagna. Sie bildet den Mittelpunkt von Roms elegantester Einkaufsmeile und bildet oft die Kulisse der Modewelt. Obwohl Rom nicht gerade das Zentrum der Mode ist, präsentiert die römische Haute Couture ihre Kreationen alljährlich im Juli bei der Modeschau "Sotto le Stelle" (unter den Sternen) auf der Spanischen Treppe.

Hier möchte ich unsere Stippvisite in Rom beenden. Eine Prophezeiung, durch unseren Münzenwurf am Trevi-Brunnen besagt ja, dass ich nach Rom zurückkehre. Dann werde ich mir weitere Sehenswürdigkeiten ansehen.

(Mai-2003)
Bildnachweis: © Peter Ehrlich

Samstag, 28. November 2009

Prag ist – Geschichte – Charme & Leben

Prag zählt mit zu den beliebtesten Hauptstädten Europas. Tag aus, Tag ein strömen tausende von Menschen durch die Straßen der Altstadt über die Karlsbrücke und auf den Hradschin. Früher war die Stadt heiß umkämpft und mit dem Prager Fenstersturz von 1618 wurde in dieser Stadt der Ausgangspunkt für den 30jährigen Krieg geschaffen. Bekannte Persönlichkeiten, wie Jan Hus aber auch Franz Kafka wirkten viele Jahre ihres Lebens in Prag. Im Wandel der Zeiten konnte Prag bis heute ihren Charme entwickeln. Viele große Ereignisse nahmen hier ihren Anfang. Eines der jüngsten ist gerade einmal 20 Jahre alt und führte zu einer Welt die wir heute erleben. Was mich auch stark beeindruckte, war die gelungene Verschmelzung moderner Einkaufskultur in das Ambiente der Altstadt.

Als wir Anfang Februar in Prag Holesovice ankamen, war das Wetter trüb und die Temperaturen verlangten nach warmer Kleidung. Zum Wenzelsplatz waren es 4 Stationen mit der Metro (Station – Muzeum). Von hier noch 300 m zu Fuß zu dem von uns gebuchten Hotel Archibald City.

Am Nachmittag machten wir uns gleich auf die Stadt zu erkunden. Unser Weg führte uns entlang der Moldau in Richtung Vysehrad, der etwas weniger bekannten Prager Burg. Eine Route die fast frei von Touristen ist.

Ginger und Fred Direkt an der Moldaubrücke fanden wir ein futuristisches Gebäude, welches sich gut in die Jugendstilbauten integrierte. Die Prager selbst nennen die zwei zylindrischen Eckbauten, die wie aneinander gelehnt aussehen, "Ginger & Fred". Nach dem erfolgreichen Brodway-Tanzpaar Fred Astaire und Ginger Rogers. Ein phantasievoller Vergleich wie ich meine. An der Moldau führte uns der Weg zur Burg. Auf dem im 17. Jh. neu entstandenen Verteidigungssystem der Vysehrader Burg kann man gut entlang bummeln, hat einen guten Ausblick auf das gut renovierte Prag und ihrer Atraktion dem Hradschin. Interessant ist auch der Prager Fernsehturm, der den Beinamen "Bajkonur" nach der sowjetischen Raketenabschussrampe hat. Es wurde zwar schon dunkel aber trotzdem konnte man an den Säulen des Fernsehturms kleine Punkte erkennen. Bei genaueren Hinsehen sind das kleinen Figuren die sich am Turm befinden.

U-Fleku Auf dem Rückweg ging es durch die Prager Neustadt. Eine besondere Adresse ist die Kremencova 11 – das U-Fleku. Diese beliebte Prager Bierstube ist für Prag-Touris eine angesagte Adresse, also ein muss. Die angeschlossene Brauerei feierte 1999 ihr fünfhundert jähriges bestehen. Der gesamte Gebäudekomplex, wurde so erhalten, dass man hier immer noch den Hauch längst vergangener Zeiten verspürt. In der Hauptsaison stehen hier bis zu 1200 Plätze zur Verfügung. Und nach wie vor vermag die Brauerei nicht mehr Bier herzustellen als in den Gaststuben getrunken wird. Das dunkle dreizehngrädige Flek-Bier gib es nur hier.
Leere Biergläser haben wir hier nicht gesehen. Die Kellner waren so Schnell, dass wir nach einer reichlichen Stunde mit verklärten Blick gegangen sind. Fünf Bier, zwei mal Gulasch mit Knödel und drei Becherovca, Kosteten 38 €. Nach unserem U-Fleku-Besuch ging es weiter durch das schon nächtliche Prag.

Hradschin Wir hatten gut in unserem Designhotel geschlafen und waren frisch für neue Unternehmungen. Unser Stadtrundgang begann auf dem Wenzelsplatz, genau am Denkmal des heiligen Wenzel dem Vater der vereinigten Stämme. Der Platz ist 700 m lang, 60 m breit und ist eine angesagte Shoppingmeile. Der Platz heißt erst seit 1848 Wenzelsplatz. Vorher war es der Rossmarkt, weil hier mit Pferden gehandelt wurde. Die ehemalige Stadtmauer verlief in Höhe des Nationalmuseums hinter dem Denkmal Wenzels, wo auch das Stadttor war, welches man Rosstor nannte.

Den Wenzelsplatz hinter uns, tauchten wir in die Altstadt ein. Die heute mit den schönen Fassaden versehenen Häuser wissen viele Geschichten zu erzählen. So die Bethlehemskapelle in der der Reformator Jan Hus gegen den Sittenverfall der katholischen Kirche predigte, bis er 1415 als Ketzer verbrannt und damit die Hussitenbewegung auslöste. Beim bummeln durch die Straßen der Altstadt fanden wir viele kleine nette Geschäfte, Märkte oder auch Oldtimerkabrios die uns zu einer Stadtbesichtigung bei Null Grad für 250 Kronen einladen wollten. Unsere Tour führte uns geradewegs zum Altstädter Ring.

Eine Attraktion ist die Astronomische Uhr am Altstädter Rathaus. Sie besteht aus 3 Teilen.

Prager Uhr Im oberen Teil findet der Umzug der Apostel statt. Dieser wird jeweils beim Stundenschlag von Gevatter Tod eröffnet, der mit einem Arm am Glockenseil zerrt und mit dem anderen die Sanduhr hoch hebt. Die Apostel ziehen an den sich öffnenden Fenstern vorüber. Nach dem Abgang der letzten beiden Apostel schließen sich die Fenster, der goldene Hahn in der darüber liegenden Nische kräht und anschließend schlägt die Glocke die Stunde.
Seitlich der Sphäre schüttelt ein Türke den Kopf, als Zeichen dafür, dass er von seinen Absichten das christliche Europa zu erobern (in Anlehnung an die Türkenkriege im Europa des 16. und 17. Jh.) noch nicht ablässt. Die beiden anderen beweglichen Gestalten auf der linken Seite stellen den Geiz und die menschliche Eitelkeit dar.

Die Sphäre befindet sich genau darunter und ist ein kompliziertes Gebilde. Sie zeigt die Uhrzeit sowie die Stellung des Mondes und der Sonne im Tierkreis an. Dabei wird noch die mittelalterliche Ansicht von der Erde als Mittelpunkt des Weltalls verwendet. Also ich habe versucht die Tageszeit an dieser Uhr abzulesen. Ohne Erfolg. Das Foto wurde genau 11:15 Uhr gemacht. Vielleicht findet jemand heraus, wie man die Zeit ablesen kann.

Darunter befindet sich das Kalendarium und bildet den jüngsten Bestandteil der Uhr. Der Bilderschmuck besteht aus zwölf inneren Bildern mit den Tierkreiszeichen und zwölf äußeren Rundbildern, die die einzelnen Monate in Szenen aus dem Landleben darstellen. Zu beiden Seiten des Kalendariums befinden sich ein Engel mit Schwert, Zepter und Schild sowie drei Bürger die die gerechte Verwaltung der Stadt symbolisieren.

TeynkircheBlickt man seitlich vom Rathaus, setzt die Teynkirche einen beeindruckenden Akzent. Obwohl sie erst hinter der Teynschule steht, erheben sich die beiden im 16. Jh. erbauten Türme majestätisch darüber und prägen einen Teil der Kulisse dieses Platzes. Übrigens sind die Ecktürmchen keineswegs nur zur Zierte angebracht. Sie waren ursprünglich Beobachtungsposten. Vor der Kirche befindet sich das Jan Hus Denkmal.

Nicht weit entfernt befindet sich die Josephstadt. Diese jüdische Gemeinde besteht schon seit dem 11. Jh. und war immer wieder schweren Repressalien ausgesetzt. Für mich ist jüdische Geschichte sehr komplex und zum Teil widersprüchlich. Na ja... Im 12. Jh. wurde die Altneusynagoge erbaut.

Uhr mit hebräischen Zifferblatt Interessant ist die Uhr am jüdischen Rathaus mit dem hebräischen Ziffernblatt, die von rechts nach links gelesen wird. Der sich in der Nähe befindliche Jüdische Friedhof ist der älteste seiner Art in Europa. Der Reiz dieses Friedhofes beruht nicht auf seinem Alter, welches bis in die erste Hälfte des 15. Jh. zurück reicht, sondern auf die Anordnung seiner Grabsteine. Die herkömmliche Anlage der Gräber fiel der Sanierung des jüdischen Getthos um 1903 zum Opfer. 11.000 Gräber von 1900 qm Grabfläche wurden umgebettet. An manchen Stellen liegen die sterblichen Reste in bis zu 10 Schichten übereinander. Im Februar hatte der Friedhof leider geschlossen, so dass wir nur durch den Zaun sehen konnten.

Hradschin und Moldau


Durch schmale Straßen führte uns der Weg zum Altstädter Brückenturm und der Karlsbrücke. Man kann sich heute nur sehr schwer vorstellen, wie sich die Besucher des Hradschin gefühlt haben mussten, nachdem sie die böhmische Macht von der Turmwache zu spüren bekommen hatten, über die Karlsbrücke fuhren und den sich majestätisch präsentierenden Hradschin sahen. Es bedarf dazu schon sehr viel Phantasie.

Berühmt wurde die Brücke allerdings durch ihre Skulpturen. Diese Galerie wurde 1683 eröffnet mit Johannes von Nepomuk und mit den heiligen Cyrill und Method kam die Letzte hinzu. Jede dieser Skulpturen erzählt eine kleine Geschichte. Wie auch die des Johannes von Nepomuk. Der Geistliche wurde 1393 Opfer eines Machtkampfes zwischen dem Erzbischof und König Wenzel IV. Die damals zur gleichen Zeit gewählten Päpste Urban VI. und Clemens VII. sowie andere politische Unwegsamkeiten führten zur Ermordung des Generalvikar des Prager Erzbischof. Der Legende nach allerdings ließ ihn der König von der Karlsbrücke werfen, weil er das Beichtgeheimnis nicht verletzen wollte. Johannes von Nepomuk bewahrte dieses vor dem eifersüchtigen König, der wissen wollte, ob seine Gemahlin ihm untreu gewesen sei. Lange Zeit lag Stille über seinem Namen.

Bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Kräfte der Gegenreformation erklärten Johannes von Nepomuk als ihren geistigen Bannerträger. Besonders die Jesuiten förderten sein Bekanntwerden. Außerdem hat der Umstand sowie die Art seiner Hinrichtung ihn zum Brückenheiligen erklärt. Die Bronzefigur des hl. Nepomuk entstand schon ein halbes Jahrhundert vor seiner Heiligsprechung von 1729.

KarlsbrueckeHeute ist die Brücke beliebt durch das Leben, welches die vielen Straßenkünstler und Händler auf der Brücke verbreiten.
Vorbei an Kirchen und der Pestsäule geht es weiter durch die Hradschin-Vorstadt. Sie ist der historisch unbedeutendste Stadtteil von Prag. Um 1320 erhob der damalige Burggraf die Siedlung vor seiner Burg zur Stadt, ohne ihr rechtliche Befugnisse zu erteilen. Das heißt sie blieb im Besitz des Grafen. Das Stadtrecht mit gültigen Rechtsgrundsätzen erhielt die Vorstadt erst 1589.

Die Geschichte der Burg auf dem Hradschin reicht zurück bis in die zweite Hälfte des. 9. Jh. zurück und sie wurde als erste der beiden Prager Burgen erbaut. Über 400 Jahre herrschten hier auch Deutsche. Seit 1918 ist sie Amtssitz der Präsidenten.

Veits Dom Der St.-Veits-Dom ist das beeindruckendste Bauwerk innerhalb der Burg. Schon als Kirche diente es als Mausoleum der böhmischen Könige sowie als Aufbewahrungsort königlicher Symbole, wie der Königskrone, dem goldenen Zepter, dem Reichsapfel, den Mänteln der Könige und anderen Kleinoden die für die Krönungsfeiern benötigt wurden. Der Bau wurde über die Jahrhunderte immer wieder mit neuen Baustilen ergänzt. Nur der Name hat sich erhalten. Der hl. Veit wurde auf Sizilien geboren und Starb um 304 in Lukanien (Süditalien) unter dem römischen Kaiser Diokletian als Märtyrer. Er ist einer der "Vierzehn Nothelfer" die im 2. und 3. Jh. als Heilige verehrt wurden und von Notleidenden als Schutzpatrone angerufen wurden. Der hl. Veit ist Schutzpatron der Apotheker, Gastwirte, Bierbrauer, Winzer, Kupferschmiede, Tänzer, Schauspieler, der Jugend und der Haustiere. Wer außen um den Dom geht, sieht eine kleine Reiterstatue mit dem hl. Georg stehen. Er lebte im 4. jh. in Kappatokien und zählt ebenfalls zu den "Vierzehn Nothelfern". Der hl. Georg ist Namensgeber des Landes Gorgien, ist Schutzpatron vieler Länder, Städte, Adelsfamilien und Ritterorden. Sein Symbol ist das Georgskreuz, ein rotes Kreuz auf weißen Untergrund. Die 2. Kirche der Burg wurde ihm zu Ehren erbaut.

Goldenes Gaesschen Wer das "Goldene Gässchen", die "St. Georgs Kirche" und den "Königspalast" besuchen will muss etwas tiefer in die Taschen greifen. Der Eintritt kostet 250 Kronen. Das Goldene Gässchen besteht aus einer Reihe winziger Häuschen, die um 1600 in die Bögen des Wehrganges eingebaut und in den weiteren Jahrhunderten erweitert wurden. Der Legende nach sollen hier die Alchemisten von Rudolf II. (1552-1612) gehaust haben. In Wirklichkeit wohnten hier die Burgschützen. In den Wirren des dreißigjährigen Krieges siedelten sich hier Handwerker an, vorwiegend Goldschmiede aber auch Schneider, Schuster, Schankwirte und andere. Heute sind die meisten Häuschen Souvenirverkaufsstellen.

Ein Raum des Königspalastes war ein besonderer, auch wenn heute kaum etwas besonderes zu erkennen ist. Es war jene Kanzlei aus der am 23. Mai 1618 Graf Martinic und Graf Slavata kopfüber aus dem Fenster geworfen wurden. Beide überlebten den Sturz und wurden auch anschließend nicht erschlagen wie beim ersten Prager Fenstersturz im Juni 1419. Der 2. Prager Fenstersturz war der Beginn des Aufstandes der evangelischen böhmischen Stände, die auf die Prager Burg zogen um bei den lokalen Vertretern des Habsburger Kaisers gegen ein Versammlungsverbot zu protestieren. Schon bald überschreitet ein kaiserliches Heer die böhmische Grenze und am 8. November 1620 kommt es zur Schlacht am Weißen Berg. Dieser endet mit einer Niederlage der Aufständischen. Die grausamen Hinrichtungen der 27 Anführer erfolgte am 21.Juni 1621. In den Folgejahren war es erst noch ein Kampf der Konfessionen, der mit dem Eintritt ausländischer Mächte wie Spanien, Schweden, den Dänen und Franzosen immer mehr zu einem Machtkampf wurde. Dieser Krieg der 30 Jahre dauerte, ging als „Dreißigjähriger Krieg“ in die Geschichte ein und endete mit dem „Westfälischen Frieden von 1648. Was also mit einem regionalen Händel in Prag begonnen hatte weitete sich zu einem verheerenden Krieg in Europa über 30 Jahre aus.

Hier endete dann auch unsere Pragtour. Wir bummelten durch die Straßen von Prag, betrachteten die beiden Herren am Kafka-Museum und ließen uns vom Charme der Stadt überwältigen. Was mich persönlich so an dieser Stadt begeistert, ist der schlicht eingebettete Glanz des Neuen, in eine Stadt die auf erstaunliche Weise Geschichte schreibt, viele Geschichten über Menschen zu erzählen weiß und voller Leben ist.

Jazz Musiker

Verabschiedet wurden wir in Prag von einer Jazzgruppe am Altstädter Rathaus

Reiseinformationen:

Wenn Sie gerade Dresden besuchen, ist es für Sie nur ein Katzensprung nach Prag. Entweder

(Februar 2007)
Bildnachweis: © Peter Ehrlich

Dienstag, 24. November 2009

Vom Wanderurlaub in den Dolomiten – zur Carmen in Verona

Der Ruf der Arena di Verona ist schon legendär. Genau so wie die hier aufgeführten Opern, Aida von Verdi, Turandot von Puccini oder Carmen von Bizet, die Oper, die wir uns ansehen wollen.

Die Dolomiten im Fassatal waren unsere Region für den Wanderurlaub. An einem Mittwoch Ende August 2008 machten wir uns in Richtung Süden nach Verona, der Stadt der Sagenfigur Dietrich von Bern auf. Wir sind ihm schon in König Laurins Rosengarten begegnet. Nach etwa 200 km haben wir Verona erreicht. Die Ausschilderung in Verona fand ich nicht besonders gut.

Arena di VeronaWir haben die historische Altstadt nach ein oder zwei kurzen Irrfahrten dennoch gefunden. Unser Auto stellten wir im großen Parkhaus ab. Die Eintrittskarten hatten wir uns schon zu Hause besorgt und brauchten diese nur noch in Verona abzuholen. Jetzt war noch genügend Zeit um uns in Ruhe die Altstadt anzusehen. Schließlich kommt man nicht gerade oft in die Stadt mit dem berühmtesten Liebespaar der Weltliteratur.

Es war warm und meiner Frau und mir auch. Obwohl ich nicht gerade ein Freund vom Eisessen bin habe ich mir eins gegönnt. Es sah richtig lecker aus und hieß dann auch noch "Romeo und Julia". Mit diesen Eiscremekugeln schlenderten wir ganz gemütlich durch die schöne Altstadt. Viele Völker haben hier schon gelebt und ihre Spuren hinterlassen. Wir pilgerten den vielen Menschen hinterher und kamen schließlich in die "Via Campello" wo sich der Balkon von Romeo und Julia befindet.

Der Balkon von Romeo und Julia Shakespears Tragödie des Liebespaares soll sich hier abgespielt haben. Auf dem Balkon soll Julia auf ihren Romeo gewartet haben. Der kleine Hof war übervoll. Alles drängte sich um die Bronzefigur der Julia. Jeder musste ihre rechte Brust betatschen. Es soll Glück bringen bei der Partnersuche. Schön zu wissen, dass dies der Ort der Liebestragödie ist. Oder ist er es nicht? Natürlich ist er es nicht. Wie Romeo und Julia ist auch der Ort der Handlung frei erfunden. Shakespeare war nie in Verona. Auch wenn er in Verona gewesen wäre, hätte er an dieser Stelle nur einen Pferdestall vorgefunden. Sicherlich ist dies nicht das Umfeld um für eine Liebestragödie inspiriert zu werden.

Gegen 17.00 Uhr konnten wir unsere Eintrittskarten für die Oper abholen. Danach bummelten wir außen um die Arena und betrachteten die verschiedenen Kulissen für die einzelnen Inszenierungen. Die einzelnen Teile werden mit dem Kran in die Arena gehoben.

Vor der vorstellungGegen 20.00 Uhr durften wir die Arena betreten. Es ist schon gewaltig. Die gute Akustik solcher Arenen ist mir schon seit meinem ersten Türkeibesuch bekannt. Ich finde das aber immer wieder faszinierend. Wir hatten Plätze auf den seitlichen Rängen. Die Bestuhlung ist hier aus Metall und kann für kräftige Leute schon etwas eng werden. Der Vorteil ist eine gute Sicht. Die Steintreppen über uns sind natürlich kostengünstiger. Ein Sitzkissen für 5 Euro ist eine lohnende Investition. 21.00 Uhr begann die Vorstellung, Carmen in 4 Akten. Beschreiben lässt sich das Erlebte nur schwer.

Gegen 1.00 Uhr war die Oper zu Ende. Wir beeilten uns, um schnell zu unserem Auto zu kommen. Schließlich mussten wir noch 200 km ins Fassatal fahren. Mit heutiger Sicht würde ich in Verona eine Übernachtung buchen. Das ist angenehmer. Gegen 3.30 Uhr sind wir wieder in den Dolomiten angekommen, etwas müde aber um ein wunderschönes Erlebnis reicher.
(August 2008)


Wer sich gern den aktuellen Spielplan mit den Preisen ansehen möchte, findet diese über folgenden Link. Wichtig ist, unter "EVENT-SUCHE" - " nach Orten" einfach Verona eingeben.


(August 2008)
Bildnachweis: © Peter Ehrlich

Dienstag, 10. November 2009

Italien – Gardasee bis Neapel und zurück

Mit Freunden haben wir beim Grillen über den nächsten Urlaub gesprochen. Keiner hatte genaue Pläne. Da kam eins zum anderen und plötzlich die Idee, mit dem Auto aufs Geratewohl durch Italien, Hotels suchen wir uns unterwegs aus. Klingt gut und so war der Grundstein für unseren Urlaub im Mai 2003 gelegt. Damit wir auch vom Land etwas sehen, wurde eine Reiseroute ausgearbeitet.

Es war lange kalt. Nur die allerletzten Apriltage kündigten den Frühling an. Genau am 1. Mai starten wir dann unsere Tour von Dresden. Eigentlich war jeder dieser Tage einzigartig, um über ihn zu berichten. Neben der Routenbeschreibung beschränke ich mich aber nur auf ausgewählte Erlebnisse. Unser weg führte uns also zum Gardasee.

Malcesine Kurzzeitig wandelten wir in Malcesine auf Goethes Spuren. Sein Besuch hätte dem großen Dichter bald das Leben gekostet. Bei seiner Reise zeichnete er hingerissen vom Anblick die Zinnen der Burg. Er wurde von den Behörden als Spion verhaftet. Spione wurden zum Tode verurteilt. Nur weil einige Einwohner den Namen Johann Wolfgang von Goethe kannten, wurde er wieder frei gelassen.

Weiter ging es Richtung Süden zu den Appenninen. Bei Canossa, an dessen Ort der Busgang Heinrich IV. hinführte kamen wir in einen kurzen Regenschauer. Unsere Fahrt führte uns bergan ins Gebirge. Am späten Nachmittag fing dann auch noch der Auspuff von einem unserer Autos an zu blubbern. Glück im Unglück kann man nur sagen, am Freitagnachmittag und mitten in den Appenninen eine geöffnete Autowerkstatt. Mit einem Autoreparaturkitt konnte der Schaden behoben werden. Durch diesen Zeitverlust konnten wir unser Tagesziel La Spezia nicht mehr erreichen. Nach zahlreichen Serpentinen kamen wir am Passo del Cerreto in 1261 Meter Höhe an und fanden ein kleines Hotel der Albergo-Gruppe für die Übernachtung. Am nächsten Tag ging es weiter zum Mittelmeer nach Ronchi, einem kleine Ort bei Massa. Der Ort befindet sich in der Nähe wo der Weltberühmte Carrara-Mamor abgebaut wird. Von hier aus starteten wir unsere Ausflüge nach Lucca und Pisa in die näheren Umgebung.

Pisa – ein Ort der nicht für jeden anziehend ist, weil er auf dem "Campo di Miracoli" von Touristen überlaufen ist. Auch die Stadt trägt ein modernes Erscheinungsbild, seit der schweren Bombardierung der Amerikaner im 2 Weltkrieg. Die historische Altstadt wurde wegen den schweren Zerstörungen nicht wieder aufgebaut.

Schiefer Turm zu Pisa Faszinierend sind die Geschichten um den "Schiefen Turm". Schon bei Baubeginn 1173 neigte sich das Fundament, welches man sprichwörtlich auf Sand gebaut hatte. 1272, richtig 99 Jahre später hatte der Turm, bestehend aus 3 Etagen eine Abweichung zur Lotrechten von fast 1 Meter. Der Turm wird weiter gebaut, nach oben verjüngt (zur Gewichtsverringerung) und entgegen der Neigung zur Korrektur der Schräglage. Deshalb erscheint der Turm manchmal so krumm wie eine Banane. Um 1370 wird die Schräglage noch einmal mit gleicher Bauweise korrigiert. 1817 wurde eine Abweichung von 3,8 Metern gemessen und 1990 von 4,5 Meter. Alle bisherigen Sanierungsversuche waren bisher erfolglos. von 1998 bis 2001 wurde der Turm nochmals aufgerichtet und stabilisiert, so dass jetzt die Neigung um 44 Zentimeter korrigiert wurde. Übrigens soll der gebürtige Pisaner Galileo Galilei im 16. Jahrhundert sich die Schräglage des Turmes zu Nutze gemacht haben um die Gesetze der Schwerkraft zu studieren.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Süden. Als nächstes wollten wir Rom besichtigen und unser Hotel für die Übernachtung sollte am Meer sein. Gegen 16 Uhr kamen wir in Ladispoli an und machten uns sofort auf die Suche nach einem Hotel. Nach langen hin und her entschieden wir uns für das Hotel Villa Marghrita. Gestaunt haben wir hier über den dunklen Sand, wie wir Ihn eigentlich von den vulkanischen Inseln kennen. Auf jeden Fall starteten wir von hier mit der Eisenbahn und einem Touristen-Kombiticket, mit welchem wir die öffentlichen Verkehrsmittel in Rom mit benutzen konnten, unsere Städte-Tour.

Colosseo Unser erstes Ziel war das Kolosseum. Ein Bau des römischen Kaisers Vespasian, gebaut aus den Schätzen des Tempels von Jerusalem, nach seiner Zerstörung im Jahr 70. Jedoch erlebte Vespasiain die Einweihung im Jahr 80 nicht mit. Sein Nachfolger Titus eröffnete die Arena mit hunderttägigen Spielen, unter anderem mit Gladiatorenkämpfen, nachgestellten Seeschlachten und Tierhetzen, bei denen 5000 Tiere in der Arena getötet wurden. Die Ausmaße des Gebäudes sind gigantisch, ein Oval mit ein 188 Metern Länge, 156 Metern Breit und 48 Meter Höhe. Das Oval der Arena auf denen die Spiele stattfanden sind 54 mal 86 Meter. Ein Oval wurde konstruiert, damit das Publikum näher dran waren und damit dem Tode geweihten keine Flucht in schützende Ecken möglich war. Für die Seeschlachten wurde der Holzboden entfernt und die Arena mit Wasser geflutet. Ein tobenden Menschenmenge von etwa 50.000 Menschen lies die Arena zur Hölle werden. Wenn ich das Kolosseum sehe, denke ich an den Film "Gladiator" mit Russell Crowe. Was mögen wohl die Gladiatoren, die zum Tode verurteilten unter dem toben der Menge empfunden haben.



Der Trevi-Brunnen ist ein muss für alle Rom-Besucher, denn ich kenne niemanden der die vielfältigen Sehenswürdigkeiten von Rom mit einem Besuch gesehen und vor allem verarbeitet hat. Also werft eine Münze über die Schulter in den Brunnen. Einer Legende nach kehren all diejenigen dann wieder nach Rom zurück.
Trevi Brunnen
Unser Weg durch Rom führte uns noch zu vielen Sehenswürdigkeiten und über jede könnte ich vieles erzählen. Ich denke wir sollten weiterfahren um noch von anderen interessanten Orten zu hören. Neapel ist unsere nächste Station. Übernachtet haben wir allerdings nicht in der Stadt, sondern in einem Hotel in Vico Equense. Der Ort liegt außerhalb von Neapel und war keineswegs ein ruhiger Ort. Wir hatten schon festgestellt, je weiter wir nach Süden kommen, um so lauter und hektischer wurde es.

Vesuv
In die Stadt Neapel sind wir nicht mit dem Auto gefahren. Für unsere kurze Stippvisite haben wir uns den Vesuv und die beim Vulkanausbruch im Jahr 79 verschüttete Stadt Pompeji ausgesucht. Wer den Kraterrand des Vesuvs besteigen will sollte zeitig am Parkplatz sein. So gegen Stunde 10 Rollen die Busse an. Vom Parkplatz geht man die letzten 120 Höhenmeter zu Fuß. Wer oben angekommen ist und in den Krater blickt kann hier und da den Schwefelgeruch wahrnehmen, der aus dem noch aktiven Vulkan aufsteigt. Der letzte Ausbruch begann 1944 und ging bis ende der 50er Jahredes 20. Jh. Dieser Ausbruch war zum Glück nicht so verheerend wie der allen Bekannte im Jahr 79. Am späten Vormittag des 24. August wurden die Häuser durch einen kräftigen Erdstoß erschüttert, ein Geruch von Brand und Schwefel machte sich breit und kurz darauf begann es glühend heiße Asche zu regnen. Die Bewohner der Orte Herculaneum und Pompeji entkamen der der Glühenden Aschewolke nicht und starben grausam.

Pompeji Wandgemälde Wir entschieden uns für den Besuch von Pompeji und hatten wieder Glück. Wie schon in Rom waren auch hier die italienischen Kulturtage und der Eintritt (p.P. 10 Euro) war frei. Die Wiederentdeckung von Pompeji erfolgte um 1600. Jedoch galt damals das Interesse den Schätzen, den dieser Ort noch beherbergte. Erst 1911 begann man Pompeji nach archäologischen Grundsätzen auszugraben. Bei unseren Bummel durch die ehemaligen Straßen der Stadt, sahen wir an manchen Stellen die bis heute erhaltenen kunstvollen Wandverzierungen.
Interessant ist, dass Griechenland seinen heutigen Namen von hier haben soll. Der Bau des Tempel des Apollon reicht bis in die Herrschaft der (griechischen) Cumae zurück. Als sie sich hier ansiedelten, waren diese zum großen Teil vom Stamm der Graikoi. Die Römer nannten Sie dann "graeci" und wir sagen heute Griechenland.

Wir waren froh als es aus dem hektischen Süden, in die ruhige Toskana kamen. Es war richtig wohltuend für uns. Frühstück im Garten mitten im grünen.

San Gimignano Gut gestärkt begannen wir unsere Chianti-Land-Rundfahrt. Wir fuhren durch viele Orte mit mittelalterlichen Flair. Die bekannteste Stadt die wir besuchten, war San Gimignano. Sie wird auch als das "Manhattan des Mittelalters" oder "Stadt der Geschlechtertürme" bezeichnet. Um 1150 entstanden die Geschlechtertürme, in deutschen Burgen würde man sie Bergfried nennen. Sie dienten den wohlhabenden Familien als Schutz vor Angriffen anderer mächtiger Familien, in unruhigen Zeiten fanden Sie Schutz vor aufbegehrenden Bürgern. Die Höhe der Türme sollte den Wohlstand und die Macht der einzelnen Familien bekunden. Kommt mir heute irgendwie bekannt vor. Wer hat den größten Benz vor der Tür stehen? Auf jeden Fall fand dieser Wettbewerb im 14. Jh. seinen Niedergang. Ein Hauch der Vergangenheit hat sich in den Gassen mit seinen hohen Türmen bis heute erhalten.

Natürlich ist es ein muss die Perle der Toskana zu besuchen – Florenz. Die Stadt hat so viel sehenswertes, das ich in einem separaten Artikel darüber schreibe.

Seiser Alm und Schlern Das letztes Reiseziel unserer Italien-Rundreise waren die Dolomiten. Meines Erachtens eines der der schönsten Gebirge. Es war jetzt Mitte Mai als die Eismänner einen kalten Hauch durch die Berge geblasen haben. Die Pension in der wir übernachteten hatte einen phantastischen Ausblick auf den Lankofel. Die über 3100 Meter hohe Bergspitze ist wie so oft in den Wolken verschwunden. Zeigte sich die Bergspitze, war mit feinen Puderzucker überzogen, den die Sonne sogleich ableckte. Wenn die Bergspitze wieder kahl ist beginnt das Spiel von vorn.

Wir unternahmen einen Ausflug in die Saiser Alm, der größten Alm Europas und trafen hier auf winterliche Temperaturen.

Am nächsten Morgen traten wir unsere Heimreise nach Dresden an. Die gesammelten Eindrücke unserer Reise haben sich bis heute erhalten. Gern erinnere ich mich daran.





(Mai 2003)

Bildnachweis: © Peter Ehrlich

Mittwoch, 1. Juli 2009

Reisewarnungen

Was sind Reise- und Sicherheitshinweise?

Häufig kommen Fragen über den sicheren Aufenthalt für die verschiedensten Länder. Das ist auch richtig das man sich damit beschäftigt. Nichts ist schlimmer als eine trügerische Sicherheit. Das unerwartete böse Erwachen wird meist begleitet von der Hilflosigkeit danach. Dieser Artikel soll Ihnen bei Ihrer Reiseplanung helfen die richtige Form des Reisens zu finden oder wenn erforderlich, vorläufig Abstand von der geplanten Reise zu nehmen.

Die wichtigste Informationsquelle ist das Auswärtige Amt. Es aktualisiert ständig die Reise- und Sicherheitshinweise die Sie bei Ihren Planungen unbedingt beachten sollten. Bei Missachtung kann das für Sie sehr teuer werden. In letzter Zeit gab es einige Privatpersonen die tausende von Euro an das Auswärtige Amt für seine Auslagen erstatten mussten. Damit Ihnen das erspart bleibt, hier einige Hinweise.

Zuerst sollten wir einige Begriffe klären die das Auswärtige Amt verwendet.

Reisehinweise enthalten Informationen, unter anderem über die Einreisebestimmungen eines Landes, medizinische Hinweise, straf- oder zollrechtliche Besonderheiten. Sie werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Sicherheitshinweise machen auf besondere Risiken für Reisende und im Ausland lebende Deutsche aufmerksam. Sie können die Empfehlung enthalten, auf Reisen zu verzichten oder sie einzuschränken. Gegebenenfalls wird von nicht unbedingt erforderlichen oder allen Reisen abgeraten. Auch die Sicherheitshinweise werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Reisewarnungen enthalten einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. Sie werden nur dann ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen in ein Land oder in eine bestimmte Region eines Landes gewarnt werden muss. Eine Reisewarnung wird nur selten ausgesprochen. Deutsche, die in diesem Land leben, werden gegebenenfalls zur Ausreise aufgefordert.

Das Auswärtige Amt rät dringend, die in den Reise- und Sicherheitshinweisen bzw. Reisewarnungen enthaltenen Empfehlungen zu beachten. Sie sollten bei Auslandsreisen immer einen Auslands-Krankenversicherungsschutz mit Rückholversicherung abschließen. Kosten für erforderlich werdende Hilfsmaßnahmen durch die Auslandsvertretungen werden Ihnen entsprechend den Vorschriften des Konsulargesetzes in Rechnung gestellt.

Wenn bei Ihnen Fragen zur Sicherheit aufkommen, kann jedes Reisebüro nur bei einer Entscheidungsfindung helfen, nicht aber Ihnen die Entscheidung abnehmen. Denn Reisen darf man in jedes Land. Wir werden von niemanden gehindert, wenn die entsprechenden Genehmigungen vorhanden sind. Die Frage ist, was sollte uns daran hindern eine Reise in ein unsicheres Land anzutreten? Meistens ist es die Unwissenheit über die momentane Situation des Landes und mangelnde Kontakte zu Menschen die wirklich Bescheid wissen. So sind vertrauenswürdige Menschen vor Ort immer in der Lage die Gefahren zu erkennen. Oft fehlt diese örtliche Vertrautheit und birgt somit unkalkulierbare Risiken während einer Reise. Daher ist es ratsam, den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes zu folgen. Hier werden die Risiken für Otto Normalverbraucher beschrieben.

Aktuelle hinweise erhalten Sie über den Link der rechten Spalte unter Reisehinformationen "Auswärtiges Amt - Reisehinweise"

Freitag, 17. April 2009

Malaria

...was tun, wenn wir in ein Malariagebiet reisen?

Malaria ist ein in den Reisebüros ungern angesprochenes Thema. Was hört man nicht alles über Malariaprophylaxe? Da gibt es Medikamente die solche Nebenwirkungen haben, dass die Reise gar nicht erst angetreten werden kann. Oder Sie fühlen sich während der Einnahme des Medikaments unwohl und Ihr Urlaub wird zur Belastung. Unser ungenügendes Wissen über die Malaria als eine in der Welt am häufigsten vorkommende Krankheit, beunruhigt uns noch mehr. Immerhin gibt es in Deutschland jährlich 1000 Malariaerkrankungen und etwa 20 Todesfälle. Das kann man nicht einfach ignorieren. Aber was kann jeder für sich tun?

Es gibt vier verschiedene Arten von Malaria. Die "Malaria Tropica" ist davon die gefährlichste, weil sie für uns Menschen lebensbedrohlich ist. Allerdings sollten die anderen Malariaarten nicht unterschätzt werden. Nach einer Infektion können die Parasiten mehrere Jahre in unserer Leber unentdeckt bleiben und somit auch Jahre später Malariaanfälle auslösen.

Die Symptome der Malaria ähneln einer Grippe: Fieber, Frösteln, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, gelegentlich Erbrechen, Durchfall, und Husten. Bei Malaria Tropica können zusätzlich Leber- und Nierenversagen, Krampfanfälle und Koma auftreten.

Vom Mückenstich bis zum Ausbruch der Malaria sind es mindestens 7 Tage oder länger. Sollten dann die beschriebenen Symptome auftreten, ist mit Malaria zurechnen. Eine sofortige Behandlung kann bei einer Malaria Tropica lebensrettend sein.

Wenn ein Verdacht auf Malaria besteht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Im Ausland ist man auf diese Krankheit gut eingestellt. Sollten Sie zu Hause erst erkranken, äußern Sie Ihren Verdacht bei Ihren Arzt. Eine sofortige Blutuntersuchung auf Parasiten muss veranlasst werden.

Ein Malariakranker kann einen anderen Menschen nicht infizieren, außer über den gemeinsamen Gebrauch nichtdesinfizierter Spritzen und Kanülen.

Schutz gegen Malaria

Bis heute gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen Malaria. Soweit mir bekannt ist, laufen schon Anwendungsstudien für einen Impfstoff in Afrika. Bis zur Zulassung des Medikamentes wird es noch eine Weile dauern.

Der beste Schutz gegen Malaria ist die Vermeidung von Moskitostichen

Ohne Moskitostich gibt es keine Malaria. Malariaparasiten übertragende Moskitos stechen in der Regel zwischen der Abend- und Morgendämmerung. Aber auch am Tag ist es gut sich vor diesen Plagegeistern zu schützen.

Wer seine Reise gut vorbereitet, hat für seinen Schutz spezielle Kleidung, die er zur Sicherheit mit einem Moskitoschutz versehen kann. Ich selbst habe "Nobite" (erhältlich in Apotheken) verwendet. Das war nicht ganz preiswert, hat aber sehr gut geholfen. Für die unbedeckten Körperteile kann man Spray's oder auch Crem's verwenden. Für Kleidungsstücke gibt es ebenfalls Spray's. Mit diesen Verhütungsmaßnahmen soll das Risiko, von einem Moskito gestochen zu werden, 95 % verhindert werden.

Für die Nacht wird eine Moskitonetz empfohlen. Denken Sie daran, auch unter das Netz kann sich ein Moskito verirren. Also auch den Körper mit Moskitoschutz einreiben. Es gibt Spray's die im Zimmer versprüht werden können. Das ist vielleicht ganz angenehm, nur benötigen Sie davon bestimmt größere Mengen. Ist auf Ihrem Zimmer eine Klimaanlage in Betrieb, benötigen Sie kein Moskitonetz.

Vitamin B und Ultraschallgeräte schützen nicht vor Moskitostichen!

Einnahme von Medikamenten

Grundlegend kann man von zwei verschiedenen Medikamenten sprechen. Einmal die Medikamente, die Sie vorbeugend einnehmen und zum anderen ein "stand-by" Medikament. Das ist ein Selbstbehandlungsmedikament und wird eingenommen, wenn Malaria-Symptome auftreten und kein Arzt sofort aufgesucht werden kann. Diese Medikamente lindern nur die Stärke des Anfalls. Sie müssen trotzdem sofort einen Arzt aufsuchen. Es ist aber eine gute Alternative zu den häufig schwer belastenden vorbeugenden Malaria-Medikamenten.

Ich möchte Sie ausdrücklich darauf hinweisen, sich bei Reisen in Malaria-Gebiete unbedingt von einem Tropenmediziner beraten zu lassen!!!

Peter Ehrlich

Anmerkung: Von einigen Lesern wurde mir mitgeteilt, dass das erwähnte Mückenschutzmittel von Nobite nicht für Kinder empfohlen wird. Der darin enthaltene Wirkstoff "DEET" ist aufgrund seiner Nebenwirkungen für Kinder nicht geeignet.

Achten Sie bitte auf den Wirkstoff "Bayrepel". Dieser ist für Kinder ab 2 Jahre geeignet und wird in Autan-Produkten verwendet. Aber auch hier sind Stoffe enthalten die Nebenwirkungen verursachen. Deshalb wird empfohlen, die Hände der Kinder nicht einzureiben. In der Risikobetrachtung sollte man jedoch auch darüber nachdenken, welches Risiko größer ist. Im konkreten Fall Malaria oder die Nebenwirkungen von Bayrepel.

Lassen sie sich auf jeden Fall von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Die Entwicklung bleibt ja schließlich nicht stehen.

Peter Ehrlich
(01.Juni 2010)