Dienstag, 24. November 2009

Vom Wanderurlaub in den Dolomiten – zur Carmen in Verona

Der Ruf der Arena di Verona ist schon legendär. Genau so wie die hier aufgeführten Opern, Aida von Verdi, Turandot von Puccini oder Carmen von Bizet, die Oper, die wir uns ansehen wollen.

Die Dolomiten im Fassatal waren unsere Region für den Wanderurlaub. An einem Mittwoch Ende August 2008 machten wir uns in Richtung Süden nach Verona, der Stadt der Sagenfigur Dietrich von Bern auf. Wir sind ihm schon in König Laurins Rosengarten begegnet. Nach etwa 200 km haben wir Verona erreicht. Die Ausschilderung in Verona fand ich nicht besonders gut.

Arena di VeronaWir haben die historische Altstadt nach ein oder zwei kurzen Irrfahrten dennoch gefunden. Unser Auto stellten wir im großen Parkhaus ab. Die Eintrittskarten hatten wir uns schon zu Hause besorgt und brauchten diese nur noch in Verona abzuholen. Jetzt war noch genügend Zeit um uns in Ruhe die Altstadt anzusehen. Schließlich kommt man nicht gerade oft in die Stadt mit dem berühmtesten Liebespaar der Weltliteratur.

Es war warm und meiner Frau und mir auch. Obwohl ich nicht gerade ein Freund vom Eisessen bin habe ich mir eins gegönnt. Es sah richtig lecker aus und hieß dann auch noch "Romeo und Julia". Mit diesen Eiscremekugeln schlenderten wir ganz gemütlich durch die schöne Altstadt. Viele Völker haben hier schon gelebt und ihre Spuren hinterlassen. Wir pilgerten den vielen Menschen hinterher und kamen schließlich in die "Via Campello" wo sich der Balkon von Romeo und Julia befindet.

Der Balkon von Romeo und Julia Shakespears Tragödie des Liebespaares soll sich hier abgespielt haben. Auf dem Balkon soll Julia auf ihren Romeo gewartet haben. Der kleine Hof war übervoll. Alles drängte sich um die Bronzefigur der Julia. Jeder musste ihre rechte Brust betatschen. Es soll Glück bringen bei der Partnersuche. Schön zu wissen, dass dies der Ort der Liebestragödie ist. Oder ist er es nicht? Natürlich ist er es nicht. Wie Romeo und Julia ist auch der Ort der Handlung frei erfunden. Shakespeare war nie in Verona. Auch wenn er in Verona gewesen wäre, hätte er an dieser Stelle nur einen Pferdestall vorgefunden. Sicherlich ist dies nicht das Umfeld um für eine Liebestragödie inspiriert zu werden.

Gegen 17.00 Uhr konnten wir unsere Eintrittskarten für die Oper abholen. Danach bummelten wir außen um die Arena und betrachteten die verschiedenen Kulissen für die einzelnen Inszenierungen. Die einzelnen Teile werden mit dem Kran in die Arena gehoben.

Vor der vorstellungGegen 20.00 Uhr durften wir die Arena betreten. Es ist schon gewaltig. Die gute Akustik solcher Arenen ist mir schon seit meinem ersten Türkeibesuch bekannt. Ich finde das aber immer wieder faszinierend. Wir hatten Plätze auf den seitlichen Rängen. Die Bestuhlung ist hier aus Metall und kann für kräftige Leute schon etwas eng werden. Der Vorteil ist eine gute Sicht. Die Steintreppen über uns sind natürlich kostengünstiger. Ein Sitzkissen für 5 Euro ist eine lohnende Investition. 21.00 Uhr begann die Vorstellung, Carmen in 4 Akten. Beschreiben lässt sich das Erlebte nur schwer.

Gegen 1.00 Uhr war die Oper zu Ende. Wir beeilten uns, um schnell zu unserem Auto zu kommen. Schließlich mussten wir noch 200 km ins Fassatal fahren. Mit heutiger Sicht würde ich in Verona eine Übernachtung buchen. Das ist angenehmer. Gegen 3.30 Uhr sind wir wieder in den Dolomiten angekommen, etwas müde aber um ein wunderschönes Erlebnis reicher.
(August 2008)


Wer sich gern den aktuellen Spielplan mit den Preisen ansehen möchte, findet diese über folgenden Link. Wichtig ist, unter "EVENT-SUCHE" - " nach Orten" einfach Verona eingeben.


(August 2008)
Bildnachweis: © Peter Ehrlich

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